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Bauchgefühl // Fünf Tipps für innere Balance aus dem Bauch heraus

Seit Ewigkeiten war unserer Kenntnis nach das Gehirn der absolute Favorit, wenn es um Gefühle und Denken ging. Doch dank engagierter Neurowissenschaftler und spätestens seit Guilia Enders Buch „Darm mit Charme“  wissen wir heute alle um die Existenz des Bauchhirns. Denn unser Bauch bzw. unser Darm, ist maßgeblich an unserer Gefühlswelt, Motivation, Angstempfinden und Gedächtnis beteiligt. So gesehen denkt er ständig mit. Weil Darm und Gehirn miteinander verbunden sind, stehen sie in ständiger Kommunikation. An dieser Kommunikation sind laut wissenschaftlichen Erkenntnissen neunzig Prozent der Nervenfasern vom Darm zum Gehirn aufsteigend tätig. Sie senden also Informationen vom Darm zum Gehirn. Nur rund zehn Prozent der Kommunikation verläuft vom Gehirn zum Darm. So gesehen ist also der Darm das Plappermaul in der Beziehung zum Gehirn und das sogar recht vielseitig. Im Gegensatz zum Gehirn sitzt der Darm mitten im Geschehen des Körpers nahe der anderen Organe. Dabei schnappt er viele Neuigkeiten auf. Das Bauchhirn verfügt über eine Menge von Nervenzellen mit unterschiedlichen Funktionen. Das braucht es, um z.B. etwas aufnehmen, verarbeiten und speichern zu können oder auf etwas reagieren zu können. Darüber hinaus wertet es so Informationen aus oder kann auf diese Weise muskuläre Spannungszustände verändern

Der Nervus Vagus ist unsere Standleitung vom Bauch zum Gehirn

Alle Nervenzellen der Darmwand münden in den zehnten Hirnnerv, den sogenannten Nervus Vagus. Er ist so etwas wie eine blitzschnelle Standleitung vom Darm zum Gehirn, eine Verbindung zwischen Körper und Geist. Dazu ist der Nervus Vagus der größte Nerv des Parasympathikus. Der Parasympathikus ist der Bereich des vegetativen Nervensystems, das für Entspannung und Regeneration zuständig ist. Über das vegetative Nervensystem werden zur Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts die lebenswichtigen Funktionen wie Herzschlag, Atmung, Verdauung und Stoffwechsel kontrolliert und gesteuert. Der Vagusnerv steuert so z.B. die Verlangsamung der Herzfrequenz und die Ausschüttung von Verdauungsenzymen. Weiter kümmert er sich um die Darm-Bewegung zum Weitertransport von Nahrung im Verdauungssystem. Ist die Funktion des Vagusnervs beeinträchtigt, hat dies Folgen für den gesamten Organismus. Kein Wunder, dass unser Darm große Auswirkungen auf unsere innere Balance und unser emotionales Unterbewusstsein hat. Es wird vermutet, dass bei Reizdarmproblematiken die gesteigerte Empfindsamkeit des Darms einige Areale im Hirn aktivieren lässt. In dem Fall insbesondere die, die für die emotionale Verarbeitung unangenehmer Gefühle zuständig sind. So gesehen, lässt der Darm uns dann schlecht drauf sein.

90 Prozent des Glückhormons Serotonin werden im Darm gespeichert und gebildet

Der wesentliche Teil des Serotonins wird im Darm gespeichert und gebildet. Die Zusammensetzung der Darmflora und Stress sind Faktoren, die unser Bauch-Glücksgefühl  beeinträchtigen. Stress entsteht durch z.B. Zeitdruck, Konflikte, kognitive Überforderung auf der Ebene des Gehirns. Unser Kopf möchte das Problem, das uns plagt, dann unbedingt aus der Welt schaffen und braucht dafür eine Menge Energie. In Notsituationen hat unser Körper gelernt, Dinge zu priorisieren und die Energie woanders einzusparen. Die Energie, die dem Gehirn fehlt, spart der Körper im Darm ein. Wir kennen das umgekehrt beispielsweise vom Mittagstief. Wenn der Darm mit der Verdauung beschäftigt ist, sind wir nicht zu herausragenden Denkleistungen fähig. Zweigt also das Gehirn dem Darm Energie ab, die der Darm eigentlich für eine gute Produktion von Verdauungssäften, Bewegung und Durchblutung gebraucht hätte, fängt der Darm irgendwann an zu protestieren. Beispielsweise ist das der Fall, wenn uns vor Kummer übel wird. Manche Menschen haben im Stress keinen Hunger oder neigen zu Durchfall und fühlen sich abgeschlagen.

Ignorieren wir diese Signale und machen in dem Tempo weiter, schwächen wir auf lange Sicht unsere Darmwände. Unser Darm wird empfindlicher. Langsam verschiebt sich die Darmflora in Ihrer bakteriellen Zusammensetzung und lässt uns auch im Nachhinein ein ungutes Gefühl zurück. Denn die Zusammensetzung, Art und Menge der jeweiligen Bakterien in der Darmflora entscheidet mit darüber, wie wir uns fühlen. Das, was wir an Nahrung gewöhnlich zu uns nehmen, hat u.a. auch Einfluss auf die Bewohner in unserem Darm. Signalstoffe zwischen den Darmbakterien beeinflussen auch die Zellen der Darmwand und somit auch die Produktion von Glückhormonen.

Fünf Tipps, um die innere Balance des Bauchhirns (nicht nur in stressigen Zeiten) zu fördern
To Do 1 – Dem Bauch mehr Aufmerksamkeit schenken

Du hilfst Dir selbst am meisten, wenn Du ein Gefühl dafür entwickelst, was Dir gut tut und was nicht. Wenn Du jemand bist, der auf Stress mit Magen- oder Darmproblemen reagiert, dann versuche herauszufinden, welche Situationen Dich belasten und versuche gezielt vorzubeugen. Achte darauf, wenn Du erste Stresssymptome erkennst und Dein Bauchhirn beginnt, unangenehme Gefühle, wie Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Abgeschlagenheit mitzuteilen.

To Do 2 – Entspannung fördern & Stress reduzieren

Achte auf regelmäßige Auszeiten und Entspannung im Alltag. Das kann zum Beispiel ein kurzer Spaziergang oder Musik hören sein, um abzuschalten. Versuche gezielt aus stressigen Situationen herauszukommen und eine ausgleichende Aktivität oder ruhige Umgebung zu wählen, die Dich wieder runterbringt. Achte auf Deine Atmung und übe gezielt Bauchatmung oder meditiere regelmäßig. Schaffe Dir Ruheinseln und Ausgleich im Alltag. Das kann auch eine gezielte Verabredung mit Freunden oder Dir selbst sein. Schreib es Dir in Deinen Kalender und nimm Dir die Zeit. Bewegung hilft übrigens dem Körper Stresshormone abzubauen. Solltest Du Dich abgeschlagen, aber nicht völlig kraftlos fühlen, kann leichte Bewegung (und damit meine ich kein Leistungstraining) helfen, um dieses Gefühl zu mindern und Dir Energie zu geben. Mal absehen davon, tut Bewegung Deinem Darm gut, wenn Du tagsüber viel sitzt.

To Do 3 – Achtsam, regelmäßig und genussvoll essen

Der Körper hat eine innere Uhr. Wir können mit regelmäßigen Mahlzeiten zu gewohnten Uhrzeiten diese innere Uhr fördern. Wenn es Dir also schwerfällt, auf Dein natürliches Hungergefühl zu achten, ändere etwas. Beispielsweise kann es Dir helfen, Mahlzeiten zu planen, vorzubereiten und Dir feste Zeiten einzuplanen. Ein ständiges Beamseln unserer selbst ist lästig für den Körper. Damit meine ich, ständig Kleinigkeiten an Nahrung nebenbei in uns hinein zu essen ohne wirklich bei der Sache zu sein. Das ist etwas, das den Körper und den Blutzucker durcheinander bringt und dem Verdauuungstrakt keine Zeit zur Erholung lässt.

Hast Du ein gutes natürliches Hungergefühl, dann versuche entsprechend zu essen, wenn Du Hunger hast. Mit natürlilchem Hungergefühl meine ich nicht das Essen aus Langeweile, Stressessen oder Heißhungerattacken, weil Du vielleicht eine Mahlzeit verdaddelt hast. Wichtig ist bei Hunger, dann nicht mal eben schnell irgendwas zu essen. Genauer betrachtet bestehen wir aus dem, was wir essen. Nahrung ist das Mittel, was uns am Leben hält und woraus der Körper seine Energie bezieht. Wir können uns ein Stück weit glücklich essen, in dem wir dem Körper mit gut ausgewählter Nahrung gezielt eine gute Basis an Rohstoffen zur Verfügung stellen. So helfen wir unserem Körper gut zu funktionieren, sich gesund zu entwickeln und glücklich zu sein.

Neben dem was wir essen, spielt es auch eine Rolle, wie wir essen. Achtsam essen heißt, mit allen Sinnen in Ruhe zu essen und ausreichend zu kauen. Den Darm freut es, wenn er die ganze Arbeit der Zerkleinerung nicht alleine machen muss. Verdauung beginnt bereits im Mund. Sogar schon mit dem Ansehen und Riechen der Nahrung beginnt unser Körper Verdauungssäfte zu bilden. Nicht umsonst läuft uns manchmal das Wasser im Mund zusammen. Wenn Du bewusst isst, entwickelst Du ein Gespür und einen guten Geschmack für Lebensmittel.

To Do 4 – Auf die Zusammensetzung der Nahrung achten

Ich kann aus Erfahrung sagen, dass ein reduzierter Zuckerkonsum und vor allem die eigene frische Zubereitung von Mahlzeiten ohne künstliche Zusatzstoffe und Fertigprodukten, die Geschmackssinne schärft. Mit der Zeit kann das für völlig neue Geschmackserlebnisse sorgen. Ich versuche dabei stets auf regionale und biologische Lebensmittel zu achten. Wenn Du Dir unsicher bist und nicht viel über gesunde Ernährung weißt, kann ich Dir für den Start die Website des Bundesministeriums für Ernährung empfehlen. Ansonsten gibt es eine ganze Reihe an kreativen Foodblogs im Netz, die zum Thema Vollwertkost und auch im Umgang mit Unverträglichkeiten oder speziellen Ernährungstrends viele Informationen bieten. Folgst Du mir auf Instagram, so wirst Du noch ein paar Tipps und To-Go-Rezepte unter FOOD FOR BUSINESS finden.

To Do 5 – Den Stoffwechsel unterstützen und vegetativ entspannen

Möchtest Du Deinen Darm sowohl in seiner Stoffwechselregulation als auch vegetativen Entspannung unterstützen, berate ich Dich gerne, ob eine Bauchmassage für Dich geeignet ist. Darüber hinaus zeige ich Dir gern, wie Du selbst mit Massage Deinen Bauch entspannen kannst und mit welchen Übungen Du Dein Bauchhirn und innere Balance unterstützen kannst.

#workhealthylivehappy

Nicole

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